KSG-Chronik

Im Juni 1963 saßen im Gasthaus Winter einige unentwegte Fußballer am Stammtisch zusammen. Sie diskutierten über die Ergebnisse des SV Hochland Fischborn, bei dem einige aus Wüstwillenroth und Lichenroth spielten. Auch wurde darüber gesprochen, dass Lichenroth schon früher einmal einen Fußballverein hatte, dieser aber auf Grund von fehlender Spieler wieder aufgelöst wurde.

 

Das folgende Bild zeigt die damalige Mannschaft um das Jahr 1949.

Nach längeren Diskussionen kam die Überlegung auf, einen eigenen Verein zu gründen. Auch ein Standort des Fußballplatzes wurde schnell gefunden. Es wurde das Grundstück  "Die Riedlache" gewählt. Damit spielte man schon damals am selben Platz wie heute. Einziger Unterschied: Der damalige Platz war um 90 Grad gedreht.

 

Zwischenzeitlich spielte man dann im sogenannten "Ziegenbart Stadion", welches unweit des Friedhof's lag.

 

Am 13. Juli 1963 war es dann soweit. Es wurde eine Versammlung einberufen, zu der 43 Personen erschienen, die auf Anhieb Mitglied werden wollten. Der erste Vorstand wurde wie folgt gewählt:

1. Vorsitzender: Willi Muth ; 2. Vorsitzender: Reinhard Wiegand ; Kassierer: Adam Muth und Schriftführer: Manfred Hoffmann

 

Zum Vereinslokal wurde das Gasthaus Winter erklärt. Nachweislich für diese Versammlung wird nachfolgend das Gründungsprotokoll dargestellt:

Die ersten Spieler waren damals: Kurt Scholte, Herwig Rossel, Herbert Rossel, Kurt Fehl, Heinz Fehl, Heinz Hastolz,Fritz Böse, Erwin Muth, Eberhard Wisniewski, Günter Lein, Gerhard Georg, Werner Schneider und Alfred Mück.

Man spielte in der C-Klasse Gelnhausen. Am Anfang war man meist Punktelieferant. Im zweiten Jahr 1964/65, als der Nachwuchs die Spielerdecke etwas stärker werden ließ, konnte man so manchen Favoriten ärgern. Der damalige Bürgermeister Lorenz Zimmer leitete es in die Wege, dass der Verein ins Vereinsregister eingetragen wird. Auf Grundlage der Satzung vom 20.11.1968 hieß der Verein nun auch amtlich KSG Wüstwillenroth/Lichenroth e.V.. Die Jahreszahl 1963 wurde im Jahr 1999 nachträglich durch Antrag mit eingebunden.

 

Im Jahr 1966 wurde dann eine Jugendabteilung gegründet. Man begann den Spielbetrieb mit einer A-Jugend, deren Trainer Werner Schneider bereits in der Gründungsversammlung als Jugendleiter gewählt wurde. Ihm folgte in den nächsten Jahren Werner Prasnik.

Durch diese neu hinzugekommene Jugendabteilung musste nun auch ein neuer Platz her, da das "Ziegenbart Stadion" den Ansprüchen nicht mehr gewachsen war. Bürgermeister Lorenz Zimmer half dem Verein. Er setzte sich dafür ein, dass die damals noch selbstständige Gemeinde Wüstwillenroth zunächst eine Teilfläche des zuvor beschriebenen Grundstücks "Die Riedlache" als Sportplatz an die KSG verpachtete. Gemäß der Gemeindevertretersitzung vom 14.11.1969 wurde der Verein dann rechtmäßiger Eigentümer einer Fläche von 2171 m². Binnen 2 Jahren war der neue Sportplatz fertiggestellt. Auch gab es 1969 einige Veränderungen im Vorstand. Manfred Hoffmann wurde 1. Vorsitzender; Werner Prasnik Schriftführer und Artur Koch Rechner. Im Jahr 1970 begann man eine Trainingsbeleuchtung aufzustellen, welche aber gleich zu einer richtigen Flutlichtanlage ausgebaut wurde. Diese Anlage war seinerzeit die erste im Alkreis Gelnhausen, die sogar für Pflichtspiele zugelassen war.

 

In der Saison 1973/74 begann die "Ära Helmut Oestreich" bei der KSG. Der neue Trainer setzte sich gleich die Meisterschaft als Ziel. Er holte noch einige Spieler aus Wächtersbach und prompt wurde Die KSG Meister der B-Klasse Gruppe 1. Nachfolgendes Bild zeigt die Meistermannschaft von 1973/74:

Die in 1970 gegründete Damenmannschaft der KSG wurde in den Spieljahren 1970/71, 1971/72, sowie 1973/74 Kreismeister und vertrat den Kreis Gelnhausen bei den Bezirksmeisterschaften. Die Bilder zeigen die Damenmannschaft bei einem Besuch in Belgien im Jahr 1973 und die Damenmannschaft vom Jahre 1975/76.


Nach Auflösung der Damenmannschaft, mangels Spielerinnen, wurde in 1978 die Damengymnastikgruppe ins Leben gerufen. Durch ihre Auftritte bei den Faschingsveranstalltungen in Lichenroth, Birstein und anderen öffentlichen Ereignissen wurde die Gruppe zu einem Aushängeschild der KSG.

Im Jahr 1974 musste sich der damalige Vorstand Gedanken über ein Sportlerheim machen, da die damaligen Duschmöglichkeiten in der Firma Frey sowie das Vereinslokal nicht mehr gegeben waren.

Der 1. Vorsitzende Manfred Hoffmann brachte in Erfahrung, dass die alten Schulgebäude der Mittelschule in Birstein abgerissen werden sollten. Diese wurden von der KSG erworben und in Eigenleistung ab- und auf dem inzwischen vereinseigenen Gelände wieder aufgebaut. So entstand innerhalb eines Jahres das Sportlerheim, welches über die Jahre hinweg zu dem gemacht wurde, was es heute ist. 1976 wurde das neue Sportlerheim eingeweiht.

Nach zweijähriger A-Klassen Zugehörigkeit stieg man im Spieljahr 1975/76 wieder in die B-Klasse ab. Helmut Oestreich baute nun aus den Eigengewächsen eine schlagkräftige Mannschaft auf. Es gelang der jungen Mannschaft der sofortige Wiederaufstieg in die A-Klasse.

In dieser Mannschaft spielte auch Bruno Henning zum ersten Mal, der über Jahre das Aushängeschild der KSG im ganzen Kreis wurde.

Im Spieljahr 1983/84 stieg man abermals in die B-Klasse ab. Doch durch den Rückschlag ließ man sich nicht entmutigen und ging unter dem neuen Trainer Fritz Walther daran wieder den Weg in die A-Klasse zu finden.

Mit neuem Elan ging es nun in die Runde 1985/86. Die Meisterschaft wurde erreicht und man konnte den Kreismeistertitel im Endspiel gegen den SV Somborn erringen. Die Spieler dieser Meistermannschaft sind im folgenden Bild zu sehen.

Aber die Freude währte nicht lange, denn bereits in der darauffolgenden Saison musste man sich wieder aus der A-Klasse verabschieden. In der B-Klasse belegte man 1987/88 den 7. Platz. Die Reservemannschaft belegte in dieser Saison einen sehr guten 4. Platz. Gerade aus dieser Reservemannschaft stießen immer wieder einige Spieler in die 1. Mannschaft und trugen zu den Erfolgen des Vereins bei.

 

An Jugendmannschaften besaßen wir zu dieser Zeit lediglich eine E-Jugend, die zusammen mit Volkartshain/Völzberg spielte und dort einige Erfolge erzielen konnte. Das folgende Bild zeigt die Mannschaft der Saison 1986/87, welche Vizemeister wurde.

Am 11.06.1988 stand eine große Feier bevor, die KSG Wüstwillenroth/Lichenroth feierte ihr 25-jähriges Vereinsjubiläum und war Ausrichter der 8. Birsteiner Gemeindemeisterschaften. Es wurden die Vereinsgründer und alle Vereinsmitglieder, die dem Verein 25 Jahre die Treue hielten, geehrt.

 

Der damalige 1. Vorsitzende Gerhard Georg erhielt die Verdienstnadel des Landessportbundes. Der Vorstand setzte im Jubiläumsjahr sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender: Gerhard Georg; 2. Vorsitzender: Wolfgang Schneider; 3. Vorsitzender: Werner Schneider; Rechner Manfred Henning; Spielausschuss Helmut Koch, Werner Prasnik und Ewald Schleich; Schriftführer Wilfried Henning und Alfred Fehl.

 

In den Jahren 1988-1993 konnte nur die Alt Herren Mannschaft Erfolge verzeichnen. Es wurde der Wanderpokal aus Ilbeshausen nach Wüstwillenroth geholt, sowie der Wanderpokal des Hallenturniers der Raiffeisenbank Vogelsberg zweimal gewonnen.

 

Im Jahr 1993 wurde der Vorstand, mit Ausnahme von Werner Prasnik, wiedergewählt. Für ihn kam Klaus Heineck in den Spielausschuss. Außerdem wurde 1993 der Förderverein der KSG Wüstwillenroth/Lichenroth gegründet.

 

Das Jahr 1994 wurde mit Bruno Henning als neuem Trainer begonnen. Elisabeth Alt übernahm das Amt der Schriftführerin. Horst Schmucker wurde Jugendleiter und begann mit großer Hingabe eine neue Jugend aufzubauen.

 

Im Jahr 1999 konnte die Renovierung des Sportlerheims, inklusive der Anschaffung einer neuen Gastherme, abgeschlossen werden. Das nachfolgende Bild zeigt das Sportlerheim nach der damaligen Renovierung.

In der Saison 2001/2002 erreichte man nach missglückter Hinrunde (mit teils 11 Punkten Rückstand auf den Viertplatzierten), doch noch den zur Relegation berechtigten 4. Platz. Man stieg nach 15 Jahren Abstinenz durch zwei Siege (2:0 und 3:2) über die SG Hesseldorf/W/N in der Relegation, wieder in die A-Klasse Gelnhausen auf.

 

Die Satzung wurde in der Form geändert, dass der Vorstand in Zukunft anstatt auf ein Jahr für zwei Jahre gewählt wird. Im Jahr 2001 wechselte der Vorstand unter den neuen Voraussetzungen. 1. Vorsitzender wurde Mattias Günther und gleichzeitig übernahm er das Amt des Jugendleiters. Wolfgang Schneider legte das Amt des 1. Vorsitzenden nach fünf Jahren nieder, blieb dem Verein im Vorstand aber als 3. Vorsitzender und Pressesprecher erhalten. Marko Breitwieser wurde Schriftführer und Alexander Koch war zum Bezirksoberligaschiedsrichter aufgestiegen, wobei er den Sprung zum Landesligaschiedsrichter nur denkbar knapp verfehlte.

 

Anlässlich des 40-jährigen Vereinsjubiläums konnte am 14. Juni 2003 mit einem Jubilarskommers den Leistungen und Verdiensten früherer und noch aktiver Vereinsmitglieder gedacht werden.

 

Eine mittlerweile bereits lieb gewordene Tradition stellt das zweimal jährlich stattfindende "Beulchesessen" dar, welches Bestens angenommen wir.

Außerhalb des sportlichen Bereiches waren und sind immer wieder Vereinsmitglieder und Gönner bestrebt unterstützend zu wirken. So werden u.a. auch Veranstaltungen wie das Romméturnier und das Schlachtessen des Fördervereins bestens angenommen.

 

Nach einer eher beschaulichen Runde 2008/09 gelang dann allerdings 2010 der kampfstarken Truppe mit ihrem Trainer Jürgen Eckert der Wiederaufstieg in die Kreisliga A. Zudem konnte sowohl die 1. Mannschaft als auch die 2. Mannschaft den Gemeindemeistertitel erringen.

 

Aus der Runde 2009/10 stammt das folgende Bild des Mannschaftskaders:

Im Jahr 2011 gab es anlässlich der Vorstandswahlen wie bereits zuvor als hauptsächliche Veränderung lediglich die Position des 3. Vorsitzenden, nunmehr Patrick Herchenröder, zu vermelden. Erfreulicherweise konnte mit Helmut Schneider aus Birstein auch ein neuer Schiedsrichter in Diensten der KSG Wüstwillenroth/Lichenroth begrüßt werden.

 

Aufgrund der immer spärlicheren Spielerdecke bestritt man in der Saison 2012/13 in einer Spielgemeinschaft mit Bermuthshain die Reservemannschaftsspiele in der Kreisliga C Schlüchtern West.

Verletzungspech, berufliche und familiäre Veränderungen bei einer ganzen Anzahl von Spielern, inklusive Leistungsträgern waren in der Saison 2012/13 u.a. als Ursachen für den erneuten Abstieg in die Kreisliga B zu nennen.